Eine Einführung in die Pythonhaltung
© 2000 Mark Essers
Diese Kurzanleitung wurde geschrieben, um die vielen Fragen, welche
bei der Entscheidung der Pythonhaltung entstehen, einmal aus meiner Sicht
zu beantworten. Zu den von mir gegebenen Punkten, werden andere Halter
oft unterschiedlicher Meinung sein, deshalb, und weil die Haltung von Tieren
immer neuen Erkenntnissen unterliegt, möchte ich auf keinen Fall meine
Entscheidungen als der "Weisheit letzten Schluss" hinstellen. Sabine und
ich haben nur nach langer Haltungszeit einmal die für uns wichtig
erscheinenden Punkte zusammengefasst mit denen es einem "Neueinsteiger"
eigentlich möglich sein sollte, seinen Tieren einen korrekten Lebensraum
zu schaffen.
Pythons gehören zu den "Riesen-", oder auch "Würgeschlangen". Je nach Art findet man hier Tiere, welche in Größen von unter einem Meter bis zu fast 10 Metern bei einem Gewicht von 100kg erreichen können. Pythons sind wie alle Schlangen "Kaltblüter", wobei dieses besagt, das Schlangen ihre Körpertemperatur zum größten Teil durch die Umgebungstemperatur bestimmen. Die meisten Pythons findet man aus diesen Gründen auch nur in wärmeren Zonen, wie Savannen, Subtropen und Tropen. Im Vergleich zu den meisten Boa-Arten ist der Python eine eierlegende Schlange, welcher oftmals Gelegepflege betreibt, hierzu aber später mehr.
Wer die Entscheidung trifft, ein solches Tier zu halten, muss darüber klar werden, das die normalen klimatischen Bedingungen unserer "gemäßigten Zone" auf keinen Fall für einen Python ausreichen. Pythons kann man nur halten, wenn man es schafft, die in Deutschland vorhandenen Temperaturen und Umweltbedingungen in lokalen Bereichen denen der Savanne, Tropen oder Subtropen anzupassen. Hierfür muss ein nicht zu vernachlässigender Aufwand betrieben werden, welcher sich meist nur durch die Anschaffung eines speziellen Lebensraums (Terrarium) und einer Menge Equipment erreichen lässt.
Die Haltung dieser Tiere ist aus diesem Grunde schon nicht mit der "normalen" Haustierhaltung zu vergleichen. Es sollte auch nie der Fehler gemacht werden, ein solches Tier als "Haustier" zu bezeichnen, da der Lebensraum dieses Pythons nicht das Haus, sondern vielmehr eine eigene Welt in diesem darstellt. In dieser herrschen für den Python absolut andere klimatische Bedingungen und Lebensumstände. Ein solches Tier ist deshalb auch nicht, wie z.b. eine Katze oder ein Hund, für den Menschen zu handhaben. Pythons sind immer wilde Tiere derer Gefahren und Ansprüche sich jeder Halter bewusst sein muss.
Der Python gehört zu den ältesten Schlangenarten, deren Entwicklung
sich gut an z.b. den Afterspornen nachvollziehen lässt. Die Aftersporne
sind hierbei die Überreste der früher vorhandenen Gliedmassen.
Man kann die genaue Evolution leider nur an Fossilien ermitteln wobei man
in etwa folgende Erkenntnisse im Vergleich nach momentanen Erkenntnissen
belegen kann :
| Familie | Zeit | Jahre |
| Boidae | Kreide | Ca 70 Mio |
| Vipera | Miozän | Ca 24 Mio |
Boidae (hier als Beispiel der Riesenschlangengattungen)
Hier sieht man deutlich den "Vorsprung" der Riesenschlangen im Vergleich zu der Familie der Vipern Interessant ist, das zum Ende der Kreidezeit die meisten Dinosaurier ausstarben, die Schlangen dieser Zeit hingegen nicht. Hierbei sieht man allerdings ebenso, das die Gifte der Schlangen eine ziemlich neue Errungenschaft sind und die Anfänge eher von den großen Würgeschlangen gemacht wurden. Leider gibt es nicht viele Fossilienfunde aus dieser Zeit, man kann aber zumindest die Familie der Boidae so klar belegen.
Die Familie der Boidae zeichnet sich grundsätzlich durch einige Eigenschaften aus :
Ihr Kopf hebt sich vom Körper ab, wobei diese Eigenschaft bei einigen wühlenden Arten verschwimmt. Die Bauschilder sind breit und ihre Mundspalte ist groß, wodurch die Aufnahme von größeren Beutetieren ermöglicht wird.
Die Familie der Boidae ist in 3 Gruppen unterteilt :
Unter der Gattung python findet man zudem die momentan längsten
bekannten Schlangen. Hierbei wird der Rekord noch von einem python reticulatus
(Netzpython) mit knapp unter 10 Metern gehalten. Unter den Pythons folgt
diesem Rekord dicht gefolgt der sebae (afrik. Felsenpython). Diese Rekordzahlen
findet man allerdings nur sehr selten, wobei man grundsätzlich mit
diesen Größen rechnen muss. Unter den Pythons gibt es hingegen
aber auch eine Reihe kleinbleibender Arten, wobei man hier z.B. den in
Afrika beheimateten python regius (Königspython) mit bis zu 150cm
oder den chondropython viridis (grüner Baumpython) mit 200cm welcher
der einzig wirklich baumbewohnende Python ist, aufzählen kann.
Viele Pythonarten werden mittlerweile über den Zoofachhandel, Reptilienhandel oder Züchter angeboten. Die unzähligen Reptilienmessen in Deutschland, welche in den letzten Jahren entstanden sind ebenso als Quelle dieser Tiere zu nennen.
Man sollte jedoch einige Punkte bei der Anschaffung der Tiere bedenken.
Pythons stehen generell im Anhang II des Washingtoner Artenschutzgesetzes und werden mit Cites II gehandelt. Es gibt jedoch auch Arten, wie den python molorus molorus, welche im Anhang I aufgeführt sind. Tiere die Unter Anhang II fallen, dürfen frei gehandelt werden. Allerdings ist eine Cites-Bescheinigung bei Überschreitung der Grenzen der einzelnen Länder, bzw. Staatenbunde, vorzuweisen. Auf diesen Nachweisen, (Cites-Bescheinigungen) ist die Art , Herkunft und Alter des Tieres aufgeführt. Auch wenn in Deutschland, diese mittlerweile durch einen einfachen Kaufnachweis ersetzt wird, so sollte jeder Halter Wert auf diese Informationen legen. Jeder seriöse Händler, wird einem diese Auskunft gerne geben. Ansonsten rate ich grundsätzlich die Ablehnung des Kaufes.
Zudem wird nach dem kauf eines solchen Tieres oftmals die Meldung des
Tieres bei den für das Land zuständigen Behörden verlangt.
Dieses wird leider von vielen Haltern , oftmals aus Unwissenheit, nicht
durchgeführt. Für das Land NRW kann ich z.B. klar eine solche
Meldepflicht bestätigen. Diese trifft auch für so oft gehandelte
Tiere wie z.B. den python regius zu. Diese Meldung ist meist kostenlos.
Um nun einen Python ohne große Vorkenntnisse zu erstehen, kann ich mit gutem Gewissen eigentlich nur private Züchter empfehlen. Diese sollten einem auch schon bekannt sein. Für einen Anfänger ist es sehr schwer zu beurteilen, ob sich ein Tier in einem gesunden Zustand befindet und gerade hier entstehen die meisten Folgeprobleme. Grundsätzlich gibt es schon einmal 3 Beschreibungen für die Herkunft von Pythons :
Bei diesen Tieren handelt es sich um aus der Natur entnommene Pythons.
Diese Tiere sind nur erfahrenen Haltern zu empfehlen und selbst diese haben
meist extreme Mühen, ein solches Tier über eine gewisse Problemzeit
am Leben zu erhalten, oder die charakterlichen Eigenschaften eines Wildfanges
zu zügeln. Von diesen Tieren muss ich jedem Anfänger klar abraten.
Es geht sich hierbei nicht nur um die Gefahren durch Endo-, und Ektoparasiten,
eingeschifften Krankheiten etc, sondern vielmehr auch um die Tatsache,
das diese Tiere der Natur entnommen werden. Beinahe jede Pythonart ist
in ihrem natürlichen Lebensraum schwer dezimiert worden. So kann man
in einem z.B. ein Beispiel für den Python molorus nehmen, welcher
1985 etwa 5000 mal aus seinem Ursprungsgebiet exportiert wurde. Hingegen
bis 1990 stieg die Zahl auf 58.000 Tiere. Der python regius oder andere
Pythonarten sind deshalb schon unter die bedrohten Tiere zu zählen.
Des weiteren werden diese Tiere unter zweifelhaften Umständen ins
Ausland exportiert. Hier zählen ganz klar kommerzielle Interessen,
welche die Umstände des Transportes für das Tier zudem noch extrem
verschlimmern. Bei Wildfängen liegt die Sterberate leider sehr hoch.
Diese Tiere kommen meist gestresst, dehydriliert und krank bei uns an.
Das schreckt aber die Händler nicht davon ab, diese Tiere weiter zu
importieren, da der Preis für ein solches Tier in Afrika z.B. unter
5 Dollar liegt. Hier gehen viele Händler nach dem Schema vor : "50%
tote Tiere sind immer noch billiger als eigene Nachzuchten"
Dieses ist ein Begriff für Tiere, welche auf einer Farm das Licht der Welt erblickten. Unter normalen Umständen sollte man davon ausgehen, dass es sich hier um speziell zum verkauf gezüchtete Tiere handelt. Diesem ist aber leider oftmals nicht der Fall. Oft werden trächtige Tiere aus der Natur gefangen, und deren Nachwuchs direkt als "Farmzucht" deklariert. Eine wirkliche Farmzucht ist schwer nachzuvollziehen da diese Tiere immer noch Importtiere sind.
Auch hier rate ich extreme Vorsicht. Für mich persönlich sehe
ich hier die gleichen Problematiken wie bei Wildfängen. Gerade der
Transport der Tiere aus den heimatgebieten zu uns ist dabei sehr Kritisch
zu sehen. Mittlerweile lehnen viele Fluglinien den Transport exotischer
Tiere ab. Die Alternative des Seeweges dürfte zu noch mehr Belastung
der Tiere führen.
NZ steht hierbei für "Nachzucht". Ein weiterer vorangesetzter Buchstabe für das Land der Zucht. DNZ steht also für "deutsche Nachzucht". Diese Tiere sind auf jedenfalls allen vorangenannten Arten zu bevorzugen. DNZ´s werden somit in Deutschland von Haltern und Züchtern nachgezogen. Diese Tiere sind meist in einem korrekten gesundheitlichen Zustand. Kein Züchter würde normalerweise das Risiko eingehen, Krankheiten in seinen Zuchtbeständen zu dulden und somit sofort einschreiten. Ebenso werden diese Tiere meist erst nach ihrer ersten Futteraufnahme verkauft, wobei sich hierdurch Schwierigkeiten in eben diesem Punkt eingrenzen lassen. Die Methode der Züchtung schont auch die Natur, da diese Tiere nicht der Natur entnommen werden müssen. Sollte sich das Kaufverhalten in diese Richtung ändern, so wäre wohl bald der Import von Wildfängen oder Farmzuchten nicht mehr nötig.
Zu beachten ist jedoch, das eine "saubere" Zucht von Pythons natürlich
immer wieder frisches Blut in den Linie benötigt. Erbschädigungen
durch Inzuchten könnten bei ausschließlicher Nutzung von Nachzuchtbeständen
Wildfänge wieder rechtfertigen. Bisher sieht bei vielen Pythons die
Situation jedoch eher so aus, das der überwiegende Teil Wildfänge
sind.
Um einen Python die lebensnotwendigen Umweltbedingungen zu schaffen, braucht er "seine" eigene Welt. Die für die Pythonhaltung nötigen Temperaturen und Luftfeuchtigkeit kann man nur in einem geschlossenen Raum erzeugen. Eine "freie" Haltung solcher Tiere ist auf gar keinen Fall nötig. Für kleinere Pythonarten kann man im Handel erhältliche Glasterrarien verwenden. Diese werden meist wie in Bild 1 im Handel angeboten.
Diese Terrarien eignen sich gut für kleiner Arten und Jungtiere. Ihre Preise variieren von ca. 100,- DM bis zu 500,- DM wobei die Größe meist den Preis bestimmt. Ihr Aufbau ist meist gleich, mit Silikon verklebte 4mm oder 6mm Glasscheiben, welche im oberen Bereich und unter den "Schiebetüren" durch ein Lochblech oder Drahtgaze unterbrochen sind. Wichtig ist immer ein Schloss an den Frontschiebetüren.
Die Größe wird in Deutschland immer in cm angegeben wobei man die Maße in der Reihenfolge L*B*H (Länge * Breite * Höhe) angibt. Für die Pythonhaltung hat sich bei mir eine Faustformel ergeben, welche ich folgenderweise berechne :
L = Länge der Schlange
B = 0.5 * Länge (min. 40cm)
H = 0.5 * Länge (min. 40cm - max. 200cm)
(Ausnahme ist der Baumpython, welcher größere Ansprüche an die Höhe des Terrariums stellt)
Die Länge ergibt sich aus der Tatsache, dass sich die Schlange zumindest komplett im Terrarium ausstrecken können sollte. Meist liegen Schlangen zwar tagsüber zusammengerollt in einem Versteck, doch da Schlangen nachtaktive Tiere sind, gehen diese in der Dämmerung und in der Nacht auf "Erkundungstouren".
Bei diesen "gekauften" Terrarien sollte man sich auf kleinbleibende Pythonarten beschränken. Hier wären z.B. python regius, spilota oder chondro zu empfehlen. Für Gattungen wie sebae, molorus oder reticulatus können solche Terrarien nur in der Anfangzeit verwendet werden. Ein 4mm Glas kann einem python molorus oder reticulatus nicht sehr lange stand halten. Diese Tiere werden zudem sehr groß und bekommen mit erlangter Größe zudem auch enorme Kräfte. Da, wie oben schon erwähnt, diese Terrarien meist aus 4mm starken Glasscheiben bestehen, ist der Stabilität durch die Größe eines Terrariums irgendwann eine Grenze gesetzt. Diese Terrarien werden aus diesem Grund auch meist nur bis zu einer Größe von 200cm angeboten.
Über das BML ist ein Dokument über die Mindestanforderungen
für die Haltung von Reptilien zu beziehen. Hierin werden die mind.
Empfehlungen für Arten angegeben. Bei großen Pythons oberhalb
von 2 Metern wird zudem die Längenformel meist nicht mehr so angewendet.
Eine Alternative hierzu ist die Verwendung des Werkstoffes Holz.
Holz hat nicht nur den Vorteil das es sehr leicht zu "verbauen" ist, sondern es ist bei entsprechendem Überzug auch noch sehr Haltbar. Zudem kann man Inneneinrichtungen oder z.B. die Beleuchtung im Terrarium selbst anbringen. Durch diese "Eigenbauvariante" lässt sich das Terrarium individuell an die Bedürfnisse

Viele Nachteile haben sich bei Glas auch durch die auftretenden Spannungen bei unterschiedlichen Temperaturen heraus kristallisiert. Auch aus meinen Erfahrungen kann ich vom berüchtigten "Glasbruch" der Bodenplatte durch ein Heizkabel berichten. Diese Probleme dürfte man bei einem Holzterrarium vergessen können. Mit einem bisschen handwerklichem Geschick, kann man so weit unter den Kosten eines "Vollglasterrariums" zu einer Alternative kommen. Hierbei bitte ich aber immer die Sicherheit zu bedenken. Es sollte auf keinen Fall an dieser gespart werden. Ein einfaches "Zusammennageln" eines Terrariums darf nicht das Endergebnis sein.


Die Inneneinrichtung des Terrariums bezieht sich immer auf die Art des Pythons, welcher das Terrarium einmal bewohnen sollte. Ebenso natürlich die Größe. Normalerweise geht man bei den meisten Pythonarten von bodenbewohnenden Tieren aus (bis auf Baumpython). Es hat sich jedoch bei allen von mir gepflegten Pythonarten herausgestellt, das diese Tiere auch gerne Klettern. Dieser Tatsache sollte man auf jedem Fall nachkommen. In den Heimatgebieten von z.B. regius findet man oft diese Tiere in Höhen von 2 Metern auf Bäumen oder ähnlichen Klettermöglichkeiten. Einem regius muss man deshalb zwar keinen 2 Meter Baum mit ins Terrarium stellen, die Möglichkeit des Kletterns sollte ihm dennoch gegeben werden.
Ebenso ist eine Versteckmöglichkeit für alle Pythonarten eine
absolute Notwendigkeit. Der Python sollte immer eine Möglichkeit haben,
sich in sein Versteck zurückzuziehen. Ein Fehlen einer solchen Zuflucht
würde bei einem Python einen ständigen Stress verursachen. Die
Folgen reichen von aggressiven Tieren, über Krankheiten bis hin zum
Tode. Man bedenke, das Schlangen keine Augenlieder haben. Pythons sind
zudem nachtaktiv. Am Tage wäre ein Python also ständig dem Licht
der Beleuchtung wie auch den Reizen der Außenwelt ausgesetzt.
Diese Versteckmöglichkeit kann man durch unterschiedliche Materialien realisieren.
Im nebenstehenden Bild wurde eine halbe Korkrinde verwendet. Ebenso
sind aber z.B. auch Blumentöpfe geeignet und werden gerne angenommen.
Grundlegend sollte man beachten, dass das Versteck dem Python angemessen
ist. Es sollte so groß sein, das sich der Python komplett in ihm
aufhalten kann, aber so klein, das er mit dem Versteck "Körperkontakt"
halten kann. Dieses ist ein entscheidendes Kriterium damit ein Python das
Versteck auch annimmt. Der Eingang darf nicht direkt mit Licht bestrahlt
werden, um dem Python ein dunkles Versteck zu bieten. Ebenso sollte es
nicht direkt auf einer Wärmequelle stehen, hierbei hätte der
Python nur die Wahl zwischen einem heißen Platz, oder der Lage unter
"freiem" Himmel, beides würde zu Stresssituationen führen.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist Wasserstelle für Pythons. Gehen
wir einmal von den hauptsächlich Bodenbewohnenden Arten aus, so sollte
diese ständig mit frischem handwarmen Wasser gefüllt sein. Pythons
nutzen diese Wasserstellen zum trinken sowie zum baden. Bei vielen Arten
ist das "Bad" an sich sehr selten, oftmals ein Zeichen für eine anstehende
Häutung oder Parasitenbefall. Dennoch ist die Größe dieser
Wasserstelle so zu wählen, das diese dem Python ein "Bad" ermöglichen
sollte. Diese Wasserstelle kann zusätzlich einen entscheidenden Faktor
zur Luftfeuchtigkeit im Terrarium herstellen. Um eine günstige Wassertemperatur
zu erlangen, und gleichzeitig die Luftfeuchtigkeit anzuheben, kann man
die Wasserschale zu einem Teil mit auf eine Heizunterlage stellen.
Durch die Temperatur besteht im terrarium natürlich ein ideales
Klima für Keime und Bakterien im Wasser. Deshalb sollte man
die Wasserschale zyklisch und gründlich reinigen.
Als Heizunterlage bieten sich mehrere Möglichkeiten an. Im Handel
werden Heizmatten sowie Heizkabel günstig angeboten. Beide Arten der
Bodenbeheizung haben ihre Vor- und Nachteile.
Heizmatten :
Diese gibt es von verschiedenen Herstellern und werden in den unterschiedlichsten Größen und Leistungen (Watt) vertrieben. Die benötigte Wärme richtet sich nach der Pythonart, welche man pflegt sowie nach dem Substrat (Bodengrund) welches man im Terrarium verwenden möchte. Grundsätzlich gibt es 2 Methoden eine Heizmatte anzubringen. Die erste ist die Verwendung der Heizmatte unter der Bodenplatte des Terrariums und als zweite die Verwendung der Heizmatte innerhalb des Terrariums unter dem Bodensubstrat. Bei vielen Heizmatten wird der Hinweis gegeben, dass diese nicht isoliert angebracht werden dürfen, es darf somit kein Wärmestau entstehen. Aus diesem Grunde bevorzuge ich die Verwendung der Heizmatte innerhalb des Terrariums. Somit ist auch die Möglichkeit der Umpositionierung gegeben, ohne das man das gesamte Terrarium bewegen müsste. Moderne Heizmatten sind zudem Vollisoliert, wodurch selbst einer Verwendung unter Wasser nichts entgegensprechen würde.
Heizkabel:
Auch hier gibt es wieder viele unterschiedliche Varianten, welche sich durch Länge und Leistung unterscheiden. Bei Heizkabeln ist die Anbringung ein wenig komplizierter. Diese Kabel müssen am Boden des Terrariums fixiert werden, um nicht durch einen wühlenden Python ausgegraben zu werden. Dieses kann man durch Klebestreifen oder Saugnäpfe erreichen, welche speziell für diese Anwendung im Fachhandel angeboten werden. Bei der Verwendung von Heizkabeln in einem Glasterrarium kann ich die Isolierung des Bereiches unter dem Heizkabel durch eine Styroporplatte mit aufgeklebter Aluminiumfolie nur empfehlen. Durch die lokale Temperatur des Heizkabels kommt es oftmals zu Spannungen im Glas, welche dieses reißen lassen.
Alle "Verbraucher" im Terrarium empfehle ich über FI-Schutzschalter
abzusichern. Leider passierte
es auch uns, das eine Heizmatte langsam wegschmorte und das Substrat,
der Bodengrund, kokelte.
verwendet man eine dicke Schicht Subtrat, und steht das Terrarium in einem gut beheizten Raum, so ist oftmals eine Bodenheizung überflüssig.
Diese Bodenheizmittel heizen ebenso die Luft im Terrarium auf. Dennoch ist meist eine zusätzliche Heizung für die Lufttemperatur nötig. Diese wird in den meisten Terrarien durch die Beleuchtung realisiert. Fast jedes Leuchtmittel strahlt Wärme ab. Somit kann man in einem Terrarium die Beleuchtung mit der Erzeugung der nötigen Lufttemperatur koppeln.
Bei der Pythonhaltung gibt es die unterschiedlichsten Meinungen was die Beleuchtung angeht. Viele Reptilienarten brauchen einen UV-Anteil im Licht um so das lebenswichtige Vitamin D3 zu bilden. Bei den meisten Pythonarten handelt es sich aber, wie gesagt, um nachtaktive Tiere, welche auch in ihrem natürlichen Umfeld seltenst mit der Sonne in Kontakt treten. Tests mit und ohne UV-Anteil im Licht haben während meiner bisherigen Haltungserfahrungen weder positive noch negative Ergebnisse erzielt. Da die Zusammensetzung des Lichtes in Bezug auf spezielle Leuchtmittel hingegen eine Wissenschaft für sich ist, und mit dem Schlagwort "Reptilien und UV" sehr viel Schindluder getrieben wird, genügt es in Bezug auf die Pythonhaltung meines Erachtens vollkommen, eine stand. Beleuchtung zu wählen. Hierbei habe ich mit Leuchtstoffröhren gleichwohl wie mit Strahlern gleich gute Ergebnisse erzielt. Strahler geben im Vergleich zu Leuchtstoffröhren einen wesentlich höheren Wärmeanteil ab und heizen so die Luft und lokale Stellen des Terrariums wesentlich mehr auf. Dieses kann man sich zum Vorteil machen um notfalls zu niedrige Lufttemperaturen auszugleichen.
Die Mehrkosten für spezielle "ReptiSun" Röhren stehen meist
in keinem Vergleich zu ihrem nutzen. Oftmals ist es sogar so, das diese
Röhren eine wesentlich geringere Lichtausbeute erzielen. Empfehlen
kann ich hingegen z.B. Tageslichtbirnen, welche ein sehr natürlich
Licht erzeugen. Diese sind im Handel für ca. 20 DM zu erhalten.
Für eine gute Farbwiedergabe lohnt es sich ab und zu mehrere Lichtquellen
zu kombinieren. Eine HQL-Lampe gibt ein sehr helles, weißes Licht
ab, welches in Verbindung mit einer Tageslichtbirne eine
sehr natürliche Farbwiedergabe erlaubt.
Leuchtmittel sollten, wenn sie im Terrarium angebracht werden, auf jeden Fall vor Berührungen der Tiere geschützt werden. Dieses erreicht man z.B. durch ein Drahtgitter oder -gaze, welches man um das Leuchtmittel herum anbringt. Der Abstand der Zwischenräume dieses Gitters darf auf keinen Fall so groß sein, das ein Python mit seinem Kopf die Möglichkeit zum "Durchschlupf" hat. Ebenso müssen Befestigungen so gesichert werden, das sich kein Python daran Verletzen kann. Ein einfacher Haken war in unseren Terrarien fast einmal zu einer Todesfalle geworden, da es ein Python geschafft hatte, seinen kopf durch diesen zu stecken. Der Python hing nur noch an seinem Kopf, wie ein "Gehängter" in der Luft, wobei schlimmeres nur durch schnelles Eingreifen meinerseits verhindert werden konnte.
Das Bodensubstrat (Bodengrund):
Die Pythonhaltung ist auf verschiedenen Substraten möglich. Empfehlenswert
sind "ReptiBark", Torf-Sand Gemische und Zeitungspapier. Bei "ReptiBark"
handelt es sich um weichere Rindenstücke welche eine dunkelrote bis
braune Färbung haben. (Eine Repti-Bark Alternative ist z.B. Pinienborke
aus dem Gartencenter. Evtl. mitreisende Trauerfliegen oder Kellerasseln
schädigen die Pythons nicht)
Torf-Sand Gemische sind ebenso gut verwendbar, wobei diese festgeklopft werden sollten. Diese Gemische kommen dem natürlichen Lebensumfeld vieler Pythonarten sehr nahe, haben jedoch den Nachteil, schwer zu reinigen zu sein. Als sehr gut hat sich ebenso Zeitungspapier erwiesen. Dieses ist zwar nicht das ansehnlichste Substrat, ist aber sehr schnell auswechselbar und man sieht Verunreinigungen sehr früh. Abstand ist von Buchenhack, Sand oder Kies zu nehmen. Kies ist maximal für Aquarien geeignet, da er hart, nicht saugfähig und sehr Temperaturanfällig ist. Buchenhack wird oftmals im Handel als Untergrund angeboten, leider. Pythons nehmen diese Holzstücke beim "schlagen" ihrer Beute mit auf. Danach hat der Python enorme Probleme diese Stücke wieder aus dem Maulbereich zu entfernen. Verletzungen sind somit vorprogrammiert. Ebenso wirkt sich ein solch scharfkantiger, harter Untergrund sehr Nachteilhaft bei der Häutung eines Python aus. Das Natternhemd wird oftmals durch den Untergrund schon im Vorhinein aufgerissen wobei es später für den Python unmöglich wird, dieses in einem Stück abzustreifen. Reiner Sand ist ebenso abzulehnen. Sandkörner sind oft scharfkantig und setzen sich leicht unter Schuppen fest. Das Ergebnis sind dadurch entstehende Entzündungen.
Hat man einmal das für sich idealste Substrat gefunden, so gibt
man dieses etwa in einer 2-3 cm dicken Schicht in das Terrarium ein.
Des weiteren sind noch einige Utensilien für die Haltung anzuraten.
Zum einen einmal eine Sprühflasche für Wasser. Bei kleineren
Terrarien kann hier eine normale Sprühflasche verwendet werden. Diese
sollte anhand ihrer Düse einen feinen Wassernebel erzeugen können.
Hat man ein größeres Terrarium, so wird man schnell zum
Spitzensportler oder leidet bei kleinen Sprühflaschen schnell an einer
Sehnenscheidentzündung. Hier rate ich zum Kauf von einer Sprühflasche
für Insektizide.
Mit Hilfe dieser Flaschen kann ein Vordruck erzeugt werden, wobei man
sich ständiges Pumpen erspart. Ebenso besitzen diese Flaschen einen
Sprüharm, mit dem man auch in großen Terrarien jeden Winkel
erreichen kann.
Um Verunreinigungen, Urat oder Kot aus dem Terrarium zu entfernen, ist eine Kelle oder ein großer Löffel sehr hilfreich.
Sehr wichtig ist die ständige Kontrolle der Temperatur und der Luftfeuchtigkeit. Hierzu gibt es im Zoofachhandel einige Messinstrumente, wobei sich eine günstige analoge Kombination für den Dauereinsatz im Terrarium durchaus lohnt. Dieses Anzeigeninstrument, sollte in etwa in halber Höhe im Terrarium platziert werden. Aus Erfahrung rate ich an, dieses nicht direkt auf Glasscheiben zu kleben, da hier leider sehr oft eine wesentlich geringere Temperatur durch die Einwirkung der Außentemperatur auf die Scheiben angezeigt wird.
Sicherheitshalber,
sollte man immer feste Handschuhe parat haben, um auch in Notfällen
einen aggressiven Python unter Kontrolle halten zu können. Da man
aber leider nicht immer an jede Stelle des Terrariums herankommt, so empfehle
ich die Verwendung eines Schlangenhakens. Der Haken ist hierbei ein Hilfsmittel
und nicht zum "bändigen" der Schlange. Um ein Tier aus einem "tiefen"
Terrarium in greifbare Nähe zu bringen, oder es ggf. in eine Richtung
zu "lenken" hat sich bei uns die Verwendung eines Schlangenhakens bewährt,
egal ob es bissiger sebae, oder lammfrommer regius ist.
Wenn man nun ein Terrarium von 120 x 60 x 60 rechnet, so kommen mit
dem Zubehör schon einige Kosten auf den Halter zu. Desweiteren ist
auch der nötige Strom für Licht und Heizung immer mit einzuberechnen.
Bei den großen Arten, reicht diese Ausstattung natürlich nur für den Anfang aus. Man kann sich sicherlich vorstellen, das ein 5 Meter langer Python nicht mehr so einfach in einem Glasterrarium zu halten ist. Diese Tiere brauchen ihren eigenen Bereich, welcher durch die Umwandlung ganzer "Zimmer" realisiert wird.

Dieses ist eine Planskizze eines Kellerausbaus für Python molorus
und Python sebae . Die Glasfronten bestehen aus 8 mm Sicherheitsglas. Die
Türen sind jeweils Metalltüren. Hierbei sind 3 Leuchtkörper
installiert, wobei 2 Strahler Sonnenplätze schaffen und ein Leuchtstoffröhrenbalken
mit Spiegelblenden für die Grundausleuchtung sorgt. Die Wasserstelle
ist ein eingelassener Kunststoffgartenteich mit Filtersystem, welchen man
fertig im Handel beziehen kann. Um die Lüftung zu realisieren wurde
ein Abluftsystem geschaffen. Dieses besteht aus in der Decke angebrachten
Lüftungsöffnungen (6) welche durch ein Aluminiumhohlkastensystem
an ein Aluflexrohr angebracht wurden. Am Ende dieses Rohres ist ein Rohrventilator
angebracht, welcher die Abluft aus dem Raum ins "Freie" befördert.
Die Zuluftversorgung findet über normale Kellergitter statt, welche
verkleinert wurden. Als Bodenheizung dient ein Rohrsystem welches an eine
zentrale Gasheizung angeschlossen wurde. Dieses Rohrsystem ist im Boden
eingelassen worden. Als Bodengrund dient ein festes Torf/Sand Gemisch.
Pflanzen haben im Terrarium eigentlich nur für die Luftfeuchtigkeit
vorteilhafte Eigenschaften. Meist sind eingesetzte Pflanzen schon nach
kurzer Zeit ein jämmerlicher Anblick. Zum einen muss auch für
eine Pflanze das Licht spezielle Eigenschaften haben, zum anderen ist fast
keine Pflanze einem Python gewachsen. Der Platz in den meisten Terrarien
reicht leider nicht dazu aus Pflanzen entsprechender Größe einzusetzen,
so das sie keinen Schaden durch das "Überkriechen" eines Python nehmen
würden. Wer dennoch ein wenig "grün" in seinem Terrarium nicht
missen möchte, der sollte sich auf Kunststoff-, oder Stoffpflanzen
beschränken. Auch bietet der Handel wieder eine erstaunliche Fülle
an verschiedenen Typen. Bei Stoffpflanzen hat man zudem noch immer gewisse
Wasserspeichernde Eigenschaften, welche der Luftfeuchtigkeit zu Gute kommen.
Sollte man sich trotzdem dazu entschließen lebende Pflanzen einzusetzen,
so darf man nur ungiftige Arten verwenden. Gut bewährt haben sich
Ficus-Benjamini und Efeu-Tuten (nicht zu verwechseln mit Efeu !!! (giftig
!!)).
Wer Kletteräste in sein Terrarium integrieren möchte, sollte
die vorher genauestens auf "Mitreisende" untersuchen. Oftmals sind gerade
im Rindenbereich wahre Biotope von Kleinlebewesen vorhanden. Als gute Vorbehandlung
hat sich die Erhitzung im Backofen herausgestellt. Ebenso kann man aber
die Rinde dieser Äste entfernen, wobei hierdurch meist der größte
Teil der Kleinstlebewesen mit entfernt wird. An sich schaden diese Lebewesen
dem Python nicht.
Der günstigste Aufstellplatz...
Natürlich ist ein Terrarium eine Augenweide und sollte deshalb auch nicht unscheinbar in einer Keller untergebracht sein. Bei Schlangen allerdings, darf man nicht nur die menschlichen Bedürfnisse in Bezug auf den günstigsten Stellplatz berücksichtigen. Sicherheit muss immer groß geschrieben werden. Selbst eine aus dem Terrarium entkommene Python, sollte keine Bereiche erreichen können, in denen Menschen nicht auf diese Tiere vorbereitet sind. Bei kleineren Arten besteht zwar wenig direkte Gefahr durch das Tier selbst, allerdings leiden viele Menschen in unserer Bevölkerung gerade in Bezug auf Schlangen unter extremen Phobien. Der Raum in dem sich das Terrarium befindet, sollte somit auf jeden Fall , nie offen stehen. Ein zufälliger Zutritt von Personen darf nicht möglich sein. Bei großen Pythons sind die bereiche der Haltung absolute Sperrgebiete. Da diese Tiere über eine immense Kraft verfügen und seltenst von einer Person alleine betreut werden können, müssen sie Bereiche der Haltung zusätzlich gesichert werden können. Oft genug hört man in den Medien von entlaufenen Riesenschlangen, wobei sich deren Größe zum Glück bisher auf wenige Meter beschränkt hat. Da ein Python aber ohne Probleme 5 Meter und mehr erreichen kann (artspezifisch) wäre es fatal, einem solchen Tier die Flucht zu ermöglichen. Ganz davon abgesehen, das von diesen Tieren eine Gefahr ausgehen könnte, so ist das Klima unserer Breitengrade für diese Tiere tödlich, ein Überleben wäre auf längere Zeit nicht möglich.
Bei der Aufstellung sollte ein Platz gewählt werden, an dem das Terrarium zugfrei zu stehen kommen kann. Die Außentemperatur (Raumtemperatur) darf nicht zu stark schwanken und ist günstig bei 18-20 Grad angesiedelt. Ein zu kühler Raum hätte zur Folge, das im inneren des Terrariums ein enormer Temperaturausgleich durch die Heizmittel stattfinden müsste. Eine genaue Justierung der Terrariumstemperatur wäre nur durch erheblichen technischen Aufwand zu realisieren. Ebenso würde jede Belüftung dieses Problem vergrößern. Da Pythons aber immer Frischluftzufuhr brauchen, wäre es ungünstig diesem Problem mit der Verkleinerung der Lüftungsöffnungen des Terrariums entgegen zu treten. Die Folgen wären Staunässe, Schimmel und im ungünstigsten Falle die Erkrankung des Pythons.
Bei der Aufstellung muss auf jeden Fall der Untergrund des Terrariums beachtet werden. Glas ist schwer und die Inneneinrichtung, sowie der Python geben ihren Teil dazu. Das Terrarium muss sicher, fest und auf grader Fläche zu stehen kommen, um keine Spannungen im Glas zu erzeugen. Bei sehr großen Terrarien ist ggf. die Statik des Bodens zu ermitteln da hier schnell einige hundert Kilo zustande kommen können. Ein Terrarium in direkter Bodennähe ist jedoch sehr ungünstig platziert, da sich hier kalte Luft ansammelt, und der Python wahrscheinlich ständig mit optischen Reizen und Vibrationen konfrontiert würde. Das Ergebnis wäre auch hier eine ständige Stresssituation für den Python.

Pythons und Miet-, Eigentumswohnungen
Ein leidiges Thema wobei hier klar zugunsten der anderen Mitmenschen entschieden werden muss. Auf jeden Fall muss in solchen Wohnungen eine Genehmigung für die Haltung dieser Tiere eingeholt werden. Absätze in Mietverträgen, welche die Haustierhaltung erlauben beziehen sich in keinem falle auf Schlangen, da diese nicht zu den "normalen" Haustieren zählen. Pythons zählen zudem noch zu den Riesenschlangen. Obwohl der python regius z.B. nur maximal 150cm groß wird, so besteht in der grundsätzlichen Verfahrensweise hier kein Unterschied !
Bevor man sich auf einen teuren Rechtsstreit einlässt, sollte man auf jeden Fall vorher agieren. Gleiches zählt für Eigentumswohnungen.
Leider gibt es immer noch Menschen, welche es selbst für nötig ansehen, große Arten in kleinen Wohnungen zu halten. Arten wie molorus, sabae oder reticulatus sind auf KEINEN Fall in einer normalen Wohnung haltbar. Ihr Platzanspruch ist kaum in einer Wohnung zu realisieren und auch wenn die Tiere mit ca. 60cm aus dem Handel erworben werden, so können diese Arten ohne Probleme Längen von 5 Metern und mehr erreichen. Eine Haltung ist hier von Einzelpersonen in normalen Lebensräumen nicht durchführbar. Da ein Python immer ein wildes Tier darstellt, ist die Gefahr für Mitmenschen nicht zu unterschätzen. Zudem sind die baulichen Maßnahmen, welche für ein Terrarium in solchen Dimensionen nötig wären, meist nicht in einer normalen Wohnung durchführbar.
Hier muss ein Appell an Vernunft folgen. Viele Menschen halten mittlerweile die Giganten der Riesenschlangen, meist molorus bivitattus, obwohl viele es besser nicht tun sollten. Immer und immer wieder bekomme ich die höchst zweifelhaften Umstände der Haltung bei diesen Menschen direkt vor Augen geführt. Bei einem Pferd ist sich jeder klar darüber, das dieses Tier effektiv nicht in eine Wohnung passt, ein 6 Meter langer Python aber anscheinend schon. Hier scheinen die Kriterien der Auswahl eines zu haltenden Tieres nicht mit gesundem Menschenverstand nachvollziehbar zu sein. Es scheint mehr zu einer Herausforderung zu werden, mit einem Python zu leben, leider immer zum Nachteil des Tieres. Ist ein Python erst einmal in einem entsprechendem Alter, bei entsprechender Größe, so dürfte es schwerfallen, diesen auch aus noch so verständlichen Gründen in gute Hände abgeben zu können. Zoologische Gärten und Händler lehnen die Aufnahme dieser Tiere mittlerweile verständlicherweise ab.
Es gibt genug kleinbleibende Arten, welche sich in ihrem Verhalten kaum
von den großen Arten unterscheiden.
Pythons sind wie alle Schlangen Fleischfresser, welche ihre Beute lebend "schlagen" und diese in einem Stück herunterwürgen. Diese Tatsache mag zwar ein Entscheidungsgrund generell für jeden einzelnen Halter sein, ob er sich dieser Tiere annimmt, es darf jedoch nie Nachträglich zu einer Abweichung von diesem Schema kommen, bloß weil es der Halter nicht verkraftet, lebende Tiere an den Python zu verfüttern !
Pythons beziehen einen großen Teil ihres Vitamin-, und Spurenelementbedarfs aus ihren Beutetieren. Diese jedoch verschwinden sehr schnell in toter Nahrung wobei diese Tatsache es zur Notwendigkeit macht, die Beutetiere absolut frisch oder lebend an den Python zu verfüttern. Ein Vitamin C-Mangel in den Beutetier für längerfristig zu einem Mangel beim Python. Diese Tatsache steht z.B. momentan im verdacht, die Mundfäule bei Pythons zu verursachen. Ebenso ist ein solcher Mangel ein bekannter Grund bei Häutungsschwierigkeiten. Eine gesonderte Zugabe von Vitaminen kann leider dieses Kriterium nicht entkräften, da über den Vitaminbedarf von Pythons noch sehr wenig bekannt ist. Vielmehr läuft man bei einer solchen Verfahrenweise in Gefahr, eine Vitaminüberdosierung zu verursachen, welche meist fatale Folgen hat. Zugegebenerweise besteht eine gewisse Gefahr darin lebende Beutetiere zu verwenden. Gerade bei Ratten oder größeren Säugetieren ist die Verletzungsgefahr durch die Wehrhaftigkeit der Beutetiere nicht zu unterschätzen. Doch bei Pythons ist es wie bei vielen anderen "Jägern" auch, je öfter sie Beute direkt schlagen, desto präziser sind diese Aktionen. Das Beutespektrum von Pythons ist enorm groß. So werden von den verschiedenen Arten Reptilien, Nager, Vögel bis hin zu großen Säugetieren wie z.B. Antilopen geschlagen. Die kleineren Arten lassen sich in unseren Breitengraden gut mit Mäusen und Ratten ernähren. Abwechslung ist auch in unseren Regionen durch die Verfütterung von Hamstern, Meerschweinchen oder sogar importierten Nagern der Savanne wie z.B. Gerbils gegeben. In den meisten Fällen kommt man aber bei einer deutschen Nachzucht mit Mäusen oder Ratten aus. Hierbei braucht bei der Verfütterung von lebenden Beutetieren kein Vitaminzusatz zu erfolgen. Wichtiger ist die gesunde und abwechslungsreiche Ernährung der Futtertiere. Hier sollte man sich nicht nur auf die bekannten "gepressten Rollis" beschränken, sondern zusätzlich viel Frischfutter beigeben.
Bei der Aufzucht von Ratten und Mäusen hat sich bei uns folgende Mischung bewährt:
2 Teile Papageienfutter auf 1 Teil Meerschweinchenfutter. Dieses Futter ist über Gartencenter oder den Futterhandel leicht zu beziehen. Wer größere Futtertierzuchten hat, sollte sich nach 25kg Säcken umhören, da diese meist in Bezug auf den Preis enorme Vorteile bieten.
Zusätzlich werden unsere Futtertiere noch mit Beigaben wie Salat, Nudeln oder Brot gefüttert.
Von Zeit zu Zeit kann man den Futtertieren eine Vitaminbeigabe zum Trinkwasser
geben. Dieses hatte bei unserer Futtertierzucht sehr positive Auswirkungen.
Bei Kaninchen verwenden wir ebenso groß abgepackte Mengen speziellen
Kaninchenfutters. Hierbei achten wir allerdings ebenso genau auf die Zusammensetzung
und verwenden Futter, welches nicht nur aus "Rollis" sondern ebenso aus
frischen Sämereien besteht. Eine Futtertierzucht lohnt sich allerdings
erst bei Mengen über 7 Pythons. Die Kosten für die Haltung der
Futtertiere sollte man nicht unterschätzen. Bei uns liegen diese etwa
bei 120,- DM für 80 Tiere im Monat. Beim Kauf von Futtertieren sollte
man auf jeden Fall die Händler darauf hinweisen, das diese Tiere der
Verfütterung dienen. Oftmals bestehen enorme Preisunterschiede zwischen
ein und der gleichen Ratte, wenn man dieses angibt. Ein Richtwert ist ca.
2,- DM für eine Maus und 4-5 DM für eine Ratte. Die gleiche Ratte
wird im Handel normalerweise für 10,- bis 15,- DM angeboten (!!).
Ein weiterer Grund, warum man es sich genau überlegen sollte, die
Futtertiere selbst zu züchten, ist die Geruchsbelästigung. Der
Urin von Ratten-, und Mäuseböcken stinkt ehrlich gesagt, bestialisch.
Hier kommt man um eine Reinigung in kurzen Zeitabständen meist gar
nicht herum. Der Vorteil liegt hingegen klar auf der Hand, man weis was
man verfüttert und dürfte nie Probleme mit der Beschaffung der
Futtertiere haben.
Da Pythons nachtaktiv sind, sollte man die Fütterung auch in diesen Zeitraum legen. Über tags ruht oder schläft ein Python und sollte auf gar keinen Fall dem Stress einer Fütterung unterzogen werden. Um eine Fütterung zu starten, löscht man die Beleuchtung des Terrariums und wartet noch ca. 30 Minuten ab. Die meisten Pythons zeigen ab dieser schon die ersten Aktivitäten. Bei der Einzelhaltung kann das Futtertier ins Terrarium gegeben werden. Bei Gesellschaftshaltung sind alle Pythons getrennt zu füttern, da es bei der Fütterung zu extremen Futterneid kommen würde und das Verletzungsrisiko entsprechend hoch ist. Schon so manche Schlange, war nach einer solchen Gemeinschaftsfütterung nicht mehr vorhanden, sondern galt für die übrigen Pythons als willkommene Beilage. Die Fütterung sollte immer überwacht werden. Oftmals besteht noch die Möglichkeit bei Problemen zu reagieren, und das sollte einem der Python schon wert sein. Hierbei empfehle ich aber das Tragen von Handschuhen, da der Python den Menschen in diesem Moment als Futterkonkurrenten ansehen würde. Handschuhe sollte beim Umgang mit Futtertieren grundsätzlich getragen werden, da Pythons Restgerüche auf der Haut sehr gut wahrnehmen. Nach der Fütterung, welche mehrere Minuten dauern kann, lässt man den Python am besten für die nächsten 2 Tage in Ruhe. Er beginnt nun mit dem Verdauungsprozess wobei er sich hierzu meist an eine warme Stelle im Terrarium zurückzieht.
Tote Futtertiere wärmt man am besten vor der Eingabe in das Terrarium an. Somit erkennt der Python diese als Beutetier besser an. Seine Thermorezeptoren reagieren meist sofort auf die von der Beute ausgestrahlte Wärme. Nicht alle Pythons nehmen tote Futtertiere an, einige nehmen auch umgekehrt keine lebende Nahrung. Hier ist viel Einfallsreichtum gefragt. Um einem Python eine solche Nahrung schmackhaft zu machen, empfiehlt es sich diese mit Hilfe einer Pinzette vor dem Python zu bewegen.
Ansich sind Riesenschlangen in Bezug auf Ihre Futterwahl wahre Opportunisten. Sie haben keinen für spezielle Nahrung ausgebildeten Schädel, wodurch sich auch Pythons eigentlich über alles hermachen, was in etwa eine fressbare Größe hat. Bei einem Python sabae wurde als größte Beute ein 59kg schweres Impala gefunden. Bei solchen Dimensionen, kann man sich sicherlich vorstellen, das es eigentlich nicht Glaubhaft ist, das Riesenschlangen erwachsene Menschen verschlingen. Kinder hingegen, dürften ohne Probleme im möglichen Bereich des "Fressbaren" liegen. Hierbei ist wohl einzig und alleine unser aufrechter Gang ein Grund für die wenigen, wenn nicht sogar kaum vorhandenen Meldungen über Angriffe von Riesenschlangen auf Menschen. Leider bestätigen Ausnahmen immer wieder die Regel, wobei nach Meldungen, Halter schon von ihren Pfleglingen angegriffen wurden. Meist spielt hier aber Unvorsicht eine entscheidende Rolle, bei der die Halter den sorgsamen Umgang mit der Zeit "schleifen" ließen.
Hat ein Python einmal seine Beute verschlungen, beginnt ein Wettlauf mit der Zeit. Seine Speiseröhre ist extrem Dehnbar uns zusätzlich nach hinten gefaltet. Sie wird auch zum Magen hin nicht enger, wodurch der Python extrem große Beutetiere verschlingen kann. Die Verdauungsäfte beginnen nun ihre arbeit aufzunehmen wobei sie fast jedes Teil des Beutetieres verdauen, sogar Zähne. Einzig Keratin und Chitin werden mit dem Kot ausgeschieden (Haare, Krallen, Fell). Die Verdauung ist generell von der Temperatur abhängig. Die dafür nötigen Enzyme arbeiten bei 30 Grad am wirkungsvollsten. Unter 10 Grad findet keine Verdauung mehr statt und der Python würde seine Beute wieder auswürgen.
Der Python muss nun die Beute verdauen, bevor Verwesungsgifte eine Gefahr
für ihn darstellen können.
Pythons müssen trinken ! Viele Arten, wie der regius sind auch selten in den heißen Jahreszeiten in ihren Heimatgebieten zu finden. Während dieser Zeit suchen diese Tiere Schutz und kommen erst bei niedrigeren Temperaturen wieder zum Vorschein. Entgegen der landläufigen Meinung, das Pythons nicht flüssig urinieren muss man dieses einmal widerlegen. Meist sieht man nur die Reste der Urat-Bestandteile (kristalline Harnsaeure, weiße Klumpen). Um diese herauszuspülen verwendet der Python Flüssigkeit ! Es bei Pythons nicht wahr, das diese nur in fester Form urinieren.
Ebenso ist für die Häutung, und für die Verdauung ein großer Teil an Wasser nötig. Diesen gleicht der Python ebenso durch trinken aus. Bei der Häutung kommt zusätzlich noch die Luftfeuchtigkeit zu tragen, welche von Außen auf das abzustoßende Natternhemd wirkt. Aus diesen Gründen ist dem Python auch immer frisches Wasser zur Verfügung zu stellen. Gerade durch hohe Temperaturen in einem Terrarium bilden sich schnell Bakterien im Wasser, welche einem angeschlagenen Python nachhaltig schaden können und darüber hinaus auch bei gesunden Tieren Krankheiten verursachen können. Die Wasserschale eines Python ist zyklisch auszuwaschen und mit frischen Wasser wieder bereitzustellen.
Im natürlichen Umfeld des Python sind solche Reinigungsprozesse
ein fester Bestandteil der Natur. Hier gleichen sich die Kräfte gegeneinander
in Biotopen aus. In einem Terrarium hingegen, kann man nur die Grundlegendsten
Bedingungen eines solchen Gebietes herstellen. Das fehlen eines Mikrokosmos,
welcher sich ausgeglichen um natürliche Zersetzungsprozesse kümmert,
verlangt es vom Halter diese zu übernehmen. Kot, Urin etc. müssen
eben durch den Halter aus dem Terrarium entfernt werden.
Diese unterscheiden sich eigentlich nicht von denen anderer Schlangen
auch. Ich möchte hier einmal die häufigsten Fälle aufzählen,
und deren einfache Behandlung. Ich werde oft dazuschreiben, wenn eine Behandlung
am besten durch einen Tierarzt durchgeführt werden sollte.
Meist fallen diese Plagegeister erst auf, wenn enorme mengen im Terrarium und am Python vorhanden sind. Diese werden oftmals durch Neuerwerbungen mit ins Terrarium eingeschleppt und verursachen bei massiven Auftreten Stress, Häutungsprobleme und dadurch bedingt Krankheiten und im maximalen Fall den Tod des Python. Oftmals erkennt man als erstes Warnzeichen lange, ausgiebige Bäder beim Python. Dieser versucht die Milben durch solche Bäder loszuwerden. Milben erkennt man direkt am Python anhand von braunen bis schwarzen Stecknadelkopf großen Punkten, die unter Schuppen sitzen, oft genug auch munter über die Haut des Python laufen. Hier besteht keine Gefahr für den Menschen !!!!
Milben lieben feuchte Luft und warme Temperaturen und somit ist das
Terrarium ein idealer Ort für deren Vermehrung. Viele Halter bekämpfen
diese Milben durch einreiben des Python mit Öl etc. . Bitte hiervon
Abstand nehmen. Bitte ebenso einen Schritt zurück, wenn man ihnen
Neguvon empfiehlt. Neguvon ist ein ziemlich starkes Nervengift, welches
in einer stark verdünnten Lösung in einem Leinensack austrocknet,
in dem dann später der Python gesetzt werden soll. Gerade bei schon
durch Milben und dem damit verbundenen Stress geschwächten Pythons
hat das zum Teil fatale Folgen, die meist, durch eine leichte Überdosierung
unterstützt, zum Tode des Python führen können. Ebenso muss
das Terrarium extra behandelt werden. Milben sitzen leider nicht nur auf
dem Python. Bei der Eiablage zieht es viele Milben magisch nach oben, wobei
diese dann in den oberen Ecken oder an sehr unzugänglichen Stellen
des Terrariums ihre Eier ablegen. Eine kurzeitige Behandlung des Python
oder des Terrariums würde eh nur die geschlüpften Milben erreichen.
Die Brut hingegen, würde sich einige Tage später frisch wieder
ans "Werk" machen. Ich empfehle Stripes mit dem Wirkstoff Dichlorvos. Mit
diesen Stripes habe ich beste Erfahrungen gemacht. Eine leichte Absenkung
der Lufttemperatur ist für eine optimale Wirkung dieser Stripes nötig.
Meist reicht ein kleiner Teil eines solchen Stripes, welcher für den
Python unzugänglich im Terrarium befestigt wird. Hier kann man sich
getrost an die Dosierungsempfehlungen der Verpackungen halten. Bitte diese
aber auf das Raumvolumen des Terrarium herunterrechnen. Da die Dämpfe
des Stripes nach unten ziehen, sollte man die Wasserschale noch häufiger
erneuern. Diesen Stripe dann für ca. 14 Tage im Terrarium hängen
lassen um auch die frisch geschlüpfte Brut der Milben zu erreichen.
Ein Milbensturm sollte alsdann der Vergangenheit angehören und sich
auch nicht wiederholen.
Zecken werden ebenso meist eingeschleppt. Diese können aber ebenso
durch z.B. im Wald gesammelte Äste ohne "Vorbehandlung" ins Terrarium
gelangen. Um eine Zecke zu entfernen nimmt man am Besten eine spezielle
Zeckenzange (für Hunde) und versucht mit möglichst wenig Drehbewegungen
(im max. Falle leicht links und rechts drehen), diese vom Python abzuziehen.
Wichtig ist hierbei, das die Beißwerkzeuge der Zecke mit entfernt
werden. Sollte diese nicht so leicht nachgeben wollen, so kann man einen
kleinen Tropfen Alkohol verwenden.
Vitaminmangel entsteht in erster Linie durch falsche Ernährung des Python oder der Futtertiere. Diese Symbiose stellt einen feststehenden Grundsatz dar. Da der Python einen großen Teil seiner Vitamine durch das Futtertier bekommt, sind diese ebenso gesund und ausgewogen zu ernähren. Geht es dem Futtertier schlecht, so hat das auf die Dauer der Zeit auch Auswirkungen auf den Python. Oftmals trifft man diesen Mangel bei Tieren an, welche überwiegend mit Frostware (vorher gefrohrenen Nagern) oder Eintagsküken gefüttert wurden. Beide Arten des Futters besitzen ein Vitamindefizit, welches sich auch auf den Python auswirkt. Eine Behandlung von Vitaminmangel ist leicht durch eine kontrollierte Zugabe von Vitaminpräperaten bei den Futtertieren oder per Magensonde möglich. Oftmals werden Vitaminpräperate als Pulver im Handel angeboten. Um dieses Pulver zu verabreichen gibt es 2 leichte Methoden.
Ein Vitaminüberschuß ist sehr schwer zu behandeln. Da sich
diese Vitaminen in Organen anreichern, kann es so zu einem Versagen der
Leber und Nieren kommen. Eine Behandlung ist hierbei nur noch durch den
Tierarzt ratsam.
Kleinere Wunden durch Kommentkämpfe oder Nagerverletzungen kann
man leicht mit einem milden Antiseptikum behandeln (z.B. povidone-iodine).
Bei größeren Wunden oder Entzündungen sollte man auf jeden
Fall einen Tierarzt aufsuchen, welcher meist ein Antibiotikum verabreicht.
Würmer, Salmonellen, bakterologische Infektionen
Bei all diesen Krankheiten sollte auf jeden Falle in Tierarzt zu einer genauen Analyse kontaktiert werden. Salmonellen äußern sich z.B. in grünem , faulig riechenden Urin. Es sind Fälle bekannt geworden, bei denen diese Salmonellen auf den Menschen übertragen wurden, somit kann man nur anraten, sich nach dem Umgang mit Pythons die Hände zu waschen !

Diese äußern sich meist durch hörbare Atemgeräusche.
Oftmals sind Haltungsfehler für diese Krankheiten verantwortlich.
Zu feuchte Haltung, Zugluft oder lange Aufenthalte außerhalb des
Terrariums sind meist die Ursachen für diese Erkrankungen. Auch hierbei
sollte ein Tierarzt aufgesucht werden. Desweiteren muss die Haltung in
der folgenden Zeit trocken und warm durchgeführt werden. Idealerweise
empfehle ich für diese Zeit als Substrat Zeitungspapier. Von einem
"Sprühen" zur Erhöhung der Luftfeuchtigkeit sowie Zugluft sind
unbedingt zu vermeiden.
Häutungsprobleme lassen oft ein eine zu trockene Haltung schließen. Sollten diese Probleme mehr als einmal in Folge auftreten, so ist die Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Zugluft im Terrarium zu überprüfen. Ab und zu können diese Probleme auch durch Fütterungen während der Häutungsphasen entstehen, da hier Flüssigkeit für den Verdauungsprozess verwendet wird.
Meist hilft ein handwarmes Bad, wobei man den Python nachher durch ein
härteres Handtuch kriechen lässt oder mit diesem Handtuch die
Häutungsreste vorsichtig abreibt.
Jeder Mensch erneuert von Zeit zu Zeit seine Haut. Alte Hautpartikel
fallen in kleinsten Stücken einfach ab. Bei Schlangen erfolgt dieser
Vorgang in einem Zug. Die gesamte alte Haut, das Natternhemd, wird in einem
Stück abgestreift. Pythons werden meist einige Tage vorher sehr ruhig.
Die Schuppen und Augen beginnen sich langsam grau zu Färben. Dieses
ist ein Ergebnis von Flüssigkeit, welche sich in geringen Mengen unter
dieser "alten" Hautschicht ansammelt. Meist dauert diese "graue" Phase
zwischen 4 und 7 Tagen wobei sich die Färbung danach für ca.
3 Tage wieder absolut normalisiert. Der Python beginnt nun langsam die
haut durch Reibung an harten Gegenständen aufzureißen. Im idealsten
Falle, schafft es der Python das Natternhemd in einem Stück vom Kopf
her abzustreifen. Während der kompletten Häutungsphasen, kann
man die Luftfeuchtigkeit um 5 bis 10% anheben um so die Häutung zu
erleichtern. Nach der Häutung muss der Python auf Häutungsreste
überprüft und diese ggf. entfernt werden. Meist sind die Problemzonen
das Kopfschild, die Halspartie, Kloake oder Schwanzspitze. Alte Häutungsreste,
welche nicht entfernt werden, schränken die Durchblutung der darunter
liegenden Schichten ein, was zu einem Absterben führen kann.

Die Herkunft von Pythons haben wir schon in die Bereiche der Wildfänge, Farmzuchten und DNZ unterschieden. Nun folgt der Kauf eines solchen Tieres. Beim Kauf gibt es einige Punkte, die eine Auskunft über den Zustand des Tieres geben:
Wenn sie einen Python halten, so sollte er auf keinen Fall schlaff herunterhängen. Der Python sollte auf jeden Fall versuchen seine Lage zu stabilisieren. Untersuchen Sie die Haut auf das Vorhandensein von Ektoparasiten wie Milben oder Zecken. Sind diese vorhanden, so zeugt dieses meist von unsauberer Massenhaltung. Der Körper des Pythons sollte oval-rund und fest sein. Keinesfalls sollte er sich einer Dreiecksform im Querschnitt annähern. Untersuchen Sie die Schuppen, besonders auch die After-, und Bauchpartie. Hier zeugen braune Verfärbungen, ausgefranste Schuppen, sowie Häutungsreste ebenso von einer ungenügend überwachten Haltung. Wasseransammlungen in und unter Schuppen lassen auf eine zu feuchte Haltung schließen. Dieses kann man zwar ohne Zugabe von Medikamenten leicht beheben, allerdings ist es ein Warnsignal für die Haltung. Oftmals haben diese Tiere Erkältungen oder gar Lungenentzündung. Die Bauchschuppen sollten glatt sein. Längsrillen in den Bauchschuppen zeugen von Austrocknung. Beobachten sie den Python bei seinen Bewegungen genau. Diese sollten von ihm immer kontrolliert durchgeführt werden. Leichte Blutungen im Rachen-, und Mundraum im Zusammenhang mit eitrigen Stellen deuten auf beginnende Mundfäule hin.
Der Händler sollte Ihnen genauste Auskünfte über die Herkunft des Pythons geben können. Bitte kein falsches Mitleid bei einem kranken oder nicht korrekt gehaltenen Tier zeigen. Nur die Ablehnung eines solchen Tieres, kann einen Händler dazu bringen, diese Tiere in Zukunft pfleglicher zu behandeln. Ein Kauf würde die Interessen des Händlers nur unterstützen, da er sehen würde, das es auch für kranke Tiere einen Markt gäbe.
Sollten sie in Ihrem Bekanntenkreis eine Person kennen, welche sich schon mit der Pythonhaltung beschäftigt, so nehmen Sie diese Person auf jeden Fall mit zum Kauf. Entschuldigungen oder Ausreden bei Unstimmigkeiten in bezug auf Informationen oder Haltung eines Tieres von Seiten des Händlers sollte man auf gar keinen Fall akzeptieren, so gerne Sie dieses Tier auch hätten. Halten Sie sich fern von jeder schnellen Kaufentscheidung!
Erkundigen Sie sich bitte vor dem Kauf genau über die von Ihnen gewünschten Tiere. Sie sollten den Tieren direkt ein entsprechendes "Heim" bieten können. Oftmals erlebt man, dass Menschen sich Tiere zulegen und die Entscheidensten Grundbedürfnisse ihrer Pfleglinge nicht kennen. Empfehlen kann ich immer den Weg zu einem Züchter, welcher Ihnen gerne Fragen beantwortet und bei dem Sie die Haltung und Tiere vorher begutachten können.
Um Pythons zu transportieren eignet sich am besten einen Leinensack in den der Python gesteckt wird. Dieser Sack sollte dann in eine feste Kiste mit Belüftung gelagert werden. Vermeiden sie auf jeden Fall längere Transporte da im Transportbehältnis auf keinen Fall die idealen Temperaturen oder Luftfeuchtigkeit herrschen.
Achten sie bitte auch auf die Stabilität der Transportbox. Eine Holzkiste eignet sich am besten für den sicheren Transport. Mir selbst ist schon ein 3 Meter Python in einer Styroporbox übergeben worden. Wie diese Box aussah brauche ich hoffentlich nicht näher zu beschreiben.
Schlangen sollten immer alleine transportiert werden. Der Stress macht viele Tiere aggressiv und so kann es leicht in einem Leinensack zu Beißereien kommen.
Verschließen Sie die Transportbox gut. Notfalls kann man ein festes
Klebeband nehmen. Am besten markieren Sie die Transportbox gleichzeitig
mit "Vorsicht lebende Tiere" und "Schlangen". Jeglicher offene Transport
ist klar abzulehnen. Oftmals hört man von Horrorgeschichten in denen
Mitmenschen sich einer Boa oder einem Python in der U-Bahn gegenübersahen.
Rechnen Sie immer mit fatalen Reaktionen ihrer Mitmenschen, welche eine
Schlange auf keinen Fall einschätzen können.
Wie schon oft erwähnt, sollte der Pythonhalter immer die Sicherheit für sich, sein Tier und die Umwelt an oberste Stelle setzen. Bei kleinen Pythons kann es eigentlich zu keinen gefährlichen Situationen kommen. Ein Python bis 2 Meter ist normalerweise unproblematisch und selbst bei einem aggressiveren Tier, ist die maximale Gefahr ein Biss, welcher zwar schmerzhaft ist, nicht aber das Leben bedroht. Anders ist es bei Tieren über 2 Meter. Ab 4 Meter, nenne ich persönlich diese Tiere nur noch "BigBoys". Hier ist jeder Python mit Vorsicht zu genießen. Nicht nur, dass ein Biss nun ganz erhebliche Wunden reißen kann, auch ist die Kraft eines solchen Tieres nicht zu unterschätzen. Die Pflege, arbeiten in der Nähe des Python oder Fütterung sollte immer durch mindestens 2 Personen durchgeführt werden. Oftmals reagieren Pythons schreckhaft und starten ohne eine Vorankündigung einen sogenannten Abwehrbiss. Dieses ist ein normales Verhalten und als Halter sollte man ruhig bleiben. Bei wirklich aggressiven Tieren, ist es absolut ratsam, immer eine Sprühflasche mit Alkohol greifbar (!!!) zu haben. Pythons lassen sich mit Alkohol leicht auf Distanz halten oder bringen. Man sollte nie versuchen, sich auf einen "Kampf" mit einem Python einzulassen, oder ihn mit Gewalt in seiner Bewegung einzuschränken. Glauben sie mir, sie hätten bei einem ausgewachsenen molorus, reticulatus oder sabae absolut keine Chance. Das einzige Ergebnis was man erreichen würde, wäre das der Python noch mehr Kraft einsetzt. Ein Tier, welches in der Lage ist ein Impala zu töten, dürfte keine Probleme damit haben, sich ihrem Willen zu wiedersetzen.
Zum Umgang mit Pythons gehört Disziplin ! Ein Python reagiert oft unberechenbar auf schnelle oder schreckhafte Bewegungen des Menschen. Auch ein noch so ruhiges Tier, kann in dieser Situation unberechenbar reagieren. Somit gehören folgende Regeln zum "Einmaleins" der Pythonhaltung :